Sommerloch nutzen als EPU: 10 Marketing-Aufgaben für Juli und August, die im Herbst Aufträge bringen
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EPU & Solo 07. Juli 2026 13 min

Sommerloch nutzen als EPU: 10 Marketing-Aufgaben für Juli und August, die im Herbst Aufträge bringen

Im Juli bleibt das Telefon still — und genau das ist deine Chance. 10 Marketing-Aufgaben, die du als EPU im Sommerloch erledigst, damit im September wieder Anfragen kommen: vom Website-Audit bis zum KI-Toolstack.

Mitte Juli in Österreich: Deine Kund:innen sind am Meer, Entscheidungen werden „auf September verschoben“, und der Posteingang ist so leer wie die Innenstadt am Feiertag. Als EPU fühlt sich das doppelt bedrohlich an — es gibt kein Team, das weiterarbeitet, und selten ein zweites Standbein, das den Umsatz abfedert.

Die meisten Selbständigen reagieren auf eine von zwei Arten: Entweder sie sitzen die Flaute nervös ab und aktualisieren stündlich den Posteingang. Oder sie verfallen in Aktionismus und verschleudern ihre Leistung mit Sommerrabatten. Beides verschenkt das Wertvollste, was dir das Sommerloch schenkt: Zeit ohne Tagesgeschäft.

Denn diese sechs bis acht Wochen sind das einzige Fenster im Jahr, in dem du in Ruhe am Unternehmen statt im Unternehmen arbeiten kannst. Hier sind zehn Marketing-Aufgaben für Juli und August — priorisiert, mit realistischem Zeitaufwand — die dafür sorgen, dass im Herbst wieder Anfragen kommen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Sommerloch ist kein Umsatzproblem, sondern ein Zeitfenster: Juli und August sind die einzigen Wochen im Jahr, in denen du als EPU ungestört am eigenen Marketing arbeiten kannst.
  • Laut KfW-Gründungsmonitor nutzen viele Selbstständige die ruhigen Sommermonate gezielt für strategische Planung und Markenentwicklung.
  • Die wirksamste Reihenfolge bei knapper Zeit — angelehnt an die WKO-Empfehlung für EPU: Grundlagen, dann Positionierung, dann lokale Auffindbarkeit, dann Content.
  • SEO wirkt zeitversetzt: Was du im Juli und August publizierst, rankt im Herbst. Wer erst im September startet, verpasst das vierte Quartal.
  • Ein Website-Projekt passt exakt ins Sommerloch: im Juli beauftragt, in 14 Werktagen umgesetzt — live, bevor die Herbstsaison beginnt.
  • Schon zwei fokussierte Stunden pro Woche reichen für das Minimalprogramm: Website-Check, Google Business Profile aktualisieren, Bewertungen einholen.

Warum das Sommerloch für EPU eine Chance ist

Zuerst die ehrliche Bestandsaufnahme: Ja, das Sommerloch ist real. B2B-Entscheider:innen sind auf Urlaub, Projekte werden vertagt, und private Kundschaft liegt am See statt vor dem Laptop. Gegen diese Realität anzukämpfen ist sinnlos — mit ihr zu arbeiten dagegen sehr lukrativ.

Der Grund: Deine Konkurrenz macht genauso Pause. Wer die ruhigen Wochen für Grundlagenarbeit nutzt, startet im September mit Vorsprung, während alle anderen erst ihre To-do-Listen sortieren. Genau das beobachtet auch der KfW-Gründungsmonitor, auf den sich das Gründerportal deutschland-startet.de bezieht: Viele Selbstständige nutzen die ruhigen Sommermonate bewusst für strategische Planung und Markenentwicklung — nicht als Notlösung, sondern als fixen Teil ihres Jahresrhythmus.

Auffällig ist, wie einig sich die Quellen bei der ersten Priorität sind. Die österreichische Pricing-Mentorin Lilli Koisser stellt in ihrer bekannten Sommerloch-Liste genau diesen Punkt an den Anfang: Positionierung, Branding und Website überarbeiten. Und auch Flyeralarm empfiehlt im eigenen Marketing-Blog, die ruhige Phase zuerst für die Optimierung des Webauftritts zu nutzen. Das deckt sich mit unserer Praxis: Bianca Willen hat mit der Hundeschule Willenskraft (2016), der Willenskraft Akademie (2019), der bellerei (2023) und den Windelrebellen (2025) vier eigene Marken aufgebaut — und dabei gelernt, dass ruhige Wochen die beste Zeit für genau diese Fundamentarbeit sind.

Zwei Arten, mit dem Sommerloch umzugehen

Sommerloch absitzen
Nervös aufs Telefon starren und alle Kanäle auf Pause stellen
Sommerloch nutzen
Fixes Zeitfenster einplanen: zwei bis vier Stunden pro Woche für Marketing-Grundlagen
Sommerloch absitzen
Panik-Rabatte, die deine Preise langfristig beschädigen
Sommerloch nutzen
Positionierung und Preise in Ruhe schärfen — für bessere Aufträge ab Herbst
Sommerloch absitzen
Die Website „irgendwann im Herbst“ angehen — mitten im Auftragshoch
Sommerloch nutzen
Website-Projekt jetzt starten: im Juli beauftragt, im September live
Sommerloch absitzen
Im September bei null starten, wenn alle gleichzeitig zurückkommen
Sommerloch nutzen
Content vorproduzieren, der im Herbst bereits rankt
Sommerloch absitzen
Weiterbildung auf „wenn mal Zeit ist“ verschieben
Sommerloch nutzen
Im Sommer lernen und im Oktober in der WKO-Webinarsaison andocken

Aufgabe 1 bis 3: Fundament — Audit, Positionierung, Website

Die ersten drei Aufgaben sind bewusst keine schnellen Sichtbarkeits-Hacks, sondern Fundamentarbeit. Sie entscheiden darüber, ob alles, was danach kommt — Google-Profil, Content, Anzeigen —, auf festem Boden steht oder auf Sand. Deshalb kommen sie zuerst, auch wenn sie sich weniger nach „Marketing“ anfühlen als ein neuer Instagram-Post.

1. Der 30-Minuten-Website-Audit

Öffne deine eigene Website am Handy — nicht am großen Bildschirm, denn dort schauen deine Kund:innen selten. Stell dir fünf Fragen: Versteht eine fremde Person in fünf Sekunden, was du anbietest und für wen? Lädt die Seite schnell, auch im Mobilfunknetz? Gibt es einen klaren nächsten Schritt — Anruf, Anfrage, Terminbuchung? Sind Referenzen, Preise und Impressum aktuell? Und: Würdest du dir selbst einen Auftrag geben?

Sei dabei schonungslos ehrlich und notiere die drei größten Baustellen. Dieses Audit kostet dich eine halbe Stunde und ist die Grundlage für fast alle weiteren Aufgaben. Wenn du unsicher bist, wo du stehst, hilft unser Leitfaden zur Frage, wie EPU ohne Werbebudget sichtbar werden und erste Aufträge gewinnen.

2. Positionierung schärfen

Die meisten EPU-Websites scheitern nicht am Design, sondern am ersten Satz. „Ich biete individuelle Lösungen für Ihre Bedürfnisse“ sagt nichts — „Buchhaltung für Handwerksbetriebe in Oberkärnten, damit du abends nicht mehr Belege sortierst“ sagt alles. Nimm dir im Juli zwei ruhige Vormittage und beantworte schriftlich: Für wen arbeite ich am liebsten? Welches Problem löse ich messbar? Warum ich und nicht die drei anderen Anbieter im Umkreis?

Aus den Antworten baust du einen Positionierungssatz, der auf die Startseite, in die Über-mich-Seite und in dein Google-Profil wandert. Diese Klarheit ist der Hebel hinter allem anderen: Sie macht deine Website überzeugender, deinen Content spitzer und deine Angebote leichter verkäuflich.

3. Website überarbeiten — oder ehrlich neu machen

Hat dein Audit ein oder zwei Baustellen ergeben, reicht Feinschliff: Texte auf die neue Positionierung umschreiben, aktuelle Projekte einpflegen, tote Links entfernen. Sind es aber drei oder mehr Grundsatzprobleme — veralteter Baukasten, keine mobile Darstellung, Ladezeiten jenseits von gut und böse —, dann wirf kein Geld in Flickwerk. Ein sauberer Neustart ist in solchen Fällen meist günstiger als jahrelanges Herumdoktern, und das Sommerloch ist der perfekte Projektzeitraum dafür. Warum, liest du weiter unten im Detail.

Ein ehrlicher Rechenweg für die Entscheidung: Addiere, was dich die aktuelle Lösung wirklich kostet — Baukasten-Abo, Plugins, vor allem aber deine eigenen Stunden, die du regelmäßig in Workarounds und halbherzige Reparaturen steckst. Dazu kommen die unsichtbaren Kosten: jede Anfrage, die nie ankommt, weil die Seite am Handy abschreckt oder bei Google unauffindbar ist. Gegen diese Summe wirkt ein einmaliger Festpreis für einen professionellen Neustart schnell sehr nüchtern.

Aufgabe 4 bis 6: Sichtbarkeit — gefunden werden, bevor der Herbst kommt

Steht das Fundament, geht es an die Auffindbarkeit — und zwar auf allen drei Wegen, über die deine Kund:innen dich heute suchen: die klassische Google-Suche, die Karte samt Firmenprofil und zunehmend die KI-Assistenten. Alle drei belohnen dieselbe Fleißarbeit, für die im Herbst nie Zeit ist.

4. Google Business Profile entstauben

Für lokale Dienstleister:innen ist das Google Business Profile oft der wichtigste Kanal überhaupt — und bei vielen seit Monaten unangetastet. Der Sommer-Boxenstopp: aktuelle Fotos hochladen, Leistungen als eigene Einträge anlegen, Öffnungszeiten prüfen, die Beschreibung auf deine geschärfte Positionierung umstellen. Und dann der unterschätzte Teil: Bitte drei zufriedene Kund:innen aus dem Frühjahr aktiv um eine Bewertung. Im Sommer haben auch deine Kund:innen mehr Zeit — die Antwortquote auf solche Bitten ist jetzt spürbar besser als im Stress des Herbstes.

Urlaub eintragen statt verschwinden

Wenn du selbst zwei Wochen abschaltest: Trag deine Abwesenheit als geänderte Öffnungszeiten im Google Business Profile ein und hinterlege eine ehrliche Abwesenheitsnotiz im E-Mail-Postfach — mit konkretem Rückmeldedatum. Das wirkt professioneller als unbeantwortete Anfragen und verhindert schlechte Bewertungen von Menschen, die sich ignoriert fühlen.

5. Content-Baseline: drei Artikel, die im Herbst ranken

SEO ist kein Lichtschalter, sondern ein Sauerteig: Was du heute ansetzt, wirkt in Wochen bis Monaten. Genau deshalb ist der Juli der richtige Zeitpunkt, um die drei wichtigsten Fragen deiner Kund:innen als ausführliche Artikel oder Ratgeberseiten zu beantworten — sie sollen ja im Oktober ranken, nicht erst im Jänner. Wir sehen das an der eigenen Marke: Die bellerei, Biancas nachhaltiger Hunde-Onlineshop, erreicht über 15.000 Besucher pro Monat rein organisch — und praktisch jeder dieser Besucher landet auf Inhalten, die Wochen oder Monate vor dem Klick geschrieben wurden.

Du brauchst dafür keine Content-Fabrik. Drei gute, ehrliche Artikel zu echten Kundenfragen schlagen dreißig dünne Blogposts. Wie du Themen findest und worauf es technisch ankommt, zeigt unser Grundlagenartikel zu SEO für kleine Unternehmen.

6. Mach dich fit für die KI-Suche

Immer mehr deiner künftigen Kund:innen fragen nicht mehr Google, sondern ChatGPT — oder bekommen in der Google-Suche eine KI-Antwort, bevor sie je auf ein Suchergebnis klicken. Damit du dort vorkommst, braucht deine Website klar strukturierte, direkt zitierbare Antworten: eine FAQ-Sektion mit echten Kundenfragen, eindeutige Angaben zu Leistungen, Region und Preisen, und sauber gepflegte Unternehmensdaten. Das ist Fleißarbeit ohne Zeitdruck — also ideale Sommerarbeit. Was hinter AI Overviews steckt und wie du dich positionierst, erklären wir im Artikel zu Google AI Overviews und GEO.

Aufgabe 7 bis 10: Systeme und Herbstplan

Der letzte Block sorgt dafür, dass du das, was ab September hereinkommt, auch bewältigen kannst. Denn das zweite Gesicht des Sommerlochs zeigt sich im Oktober: Dann kommen alle Anfragen gleichzeitig — und wer keine Vorlagen, Prozesse und keinen Plan hat, ertrinkt im eigenen Erfolg.

7. KI-Toolstack einrichten — klein, aber konsequent

Im Herbst hast du keine Zeit, zwanzig Tools zu testen. Im Sommer schon — aber genau das solltest du nicht tun. Wähle stattdessen zwei, maximal drei KI-Werkzeuge, die deine häufigsten Zeitfresser abdecken (meist: Texte entwerfen, Anfragen beantworten, Recherche), und richte sie so ein, dass du sie ab September blind bedienst. Eine konkrete, auf Österreich zugeschnittene Auswahl findest du in unserem KI-Toolstack für EPU in Österreich.

8. Angebots- und Follow-up-Prozess standardisieren

Zähl ehrlich nach: Wie viele Stunden hast du heuer schon damit verbracht, Angebote von Grund auf neu zu schreiben? Baue dir im August ein Angebots-Template mit fixen Bausteinen, zwei bis drei E-Mail-Vorlagen für Anfrage, Nachfassen und Absage sowie eine aktuelle Referenzliste. Das klingt banal, entscheidet aber im Herbst über deine Reaktionsgeschwindigkeit — und wer zuerst ein sauberes Angebot schickt, gewinnt überproportional oft.

9. Herbst- und Weihnachtsplan schreiben

September bis Dezember ist für die meisten EPU das stärkste Drittel des Jahres — und wird trotzdem oft improvisiert. Plane im August konkret: Welche Aktion läuft im September, welches Angebot pushst du im Oktober, was passiert rund um das Weihnachtsgeschäft? Wer Produkte verkauft, plant das vierte Quartal jetzt, nicht im November. Ein einfaches Dokument mit einem Punkt pro Monat reicht völlig — entscheidend ist, dass es existiert, bevor der Herbststress beginnt, und dass jeder Punkt ein fixes Datum hat.

10. Weiterbildung und Netzwerk reaktivieren

Der Sommer ist die einzige Zeit, in der Lernen nicht mit Kundenterminen konkurriert. Nimm dir ein Thema vor — SEO, KI, Preisgestaltung — und geh es strukturiert an statt in Häppchen zwischen zwei Aufträgen. Danach kannst du direkt in die Webinarsaison der WKO starten: Die kostenlose KI-Toolparty für EPU findet laut WKO am 22. Oktober 2026 statt, anmelden kannst du dich schon jetzt. Und schreib im August zwei, drei alten Kontakten eine persönliche Nachricht — kein Verkaufspitch, nur ein ehrliches „Wie läuft dein Jahr?“. Solche Nachrichten im Sommer sind im Oktober oft Aufträge.

Juli, Wo. 1–2

Fundament legen

Website-Audit am Handy (Aufgabe 1) und Positionierung schriftlich schärfen (Aufgabe 2). Am Ende steht die Entscheidung: Website überarbeiten oder neu aufsetzen (Aufgabe 3).

Juli, Wo. 3–4

Website-Projekt starten

Wenn neu: jetzt beauftragen — bei 14 Werktagen Umsetzungszeit bist du im Spätsommer live. Parallel das Google Business Profile aktualisieren und Bewertungen einholen (Aufgabe 4).

August, Wo. 1–2

Content und KI-Sichtbarkeit

Drei Herbst-Artikel schreiben (Aufgabe 5), FAQ und zitierbare Antworten für die KI-Suche ergänzen (Aufgabe 6), den kleinen KI-Toolstack einrichten (Aufgabe 7).

August, Wo. 3–4

Systeme und Herbstplan

Angebots- und E-Mail-Vorlagen bauen (Aufgabe 8), den Plan für September bis Dezember fixieren (Aufgabe 9), Weiterbildung buchen und Netzwerk reaktivieren (Aufgabe 10).

Warum ist der Sommer der beste Zeitpunkt für ein Website-Projekt?

Von den zehn Aufgaben ist die Website die mit dem größten Hebel — und die, die im Herbst garantiert liegen bleibt. Drei Gründe sprechen dafür, sie genau jetzt anzugehen. Erstens: Jedes Website-Projekt braucht deine Zuarbeit — Texte freigeben, Fotos aussuchen, Feedback geben. Im Sommer hast du diese Stunden, im Oktober nie. Zweitens: Mit einer fixen Umsetzungszeit von 14 Werktagen geht sich der komplette Ablauf bequem aus — im Juli beauftragt, im August gebaut, im September nimmt die neue Seite die Herbstanfragen entgegen.

Drittens, und das übersehen die meisten: Google braucht nach dem Livegang einige Wochen, um eine neue oder überarbeitete Website einzusortieren. Wer im September launcht, ist im Weihnachtsquartal sichtbar. Wer im November launcht, verschenkt genau die Monate, in denen die Kaufbereitschaft am höchsten ist. Das Sommerloch ist damit nicht irgendein möglicher Zeitpunkt für dein Website-Projekt — es ist der strategisch beste im ganzen Jahr.

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Als EPU hast du keine Zeit für Website-Baustellen und kein Budget für 10.000€-Agenturprojekte. Genau dafür gibt es unser Startup-Paket: professionelle Next.js-Website zum Festpreis von 1.500€ — SEO-Grundausbau, DSGVO-konform, in 14 Werktagen live. Oft über KMU.DIGITAL teilweise förderbar.

Im Sommerloch beauftragt heißt: Deine neue Website ist live, bevor deine Kund:innen aus dem Urlaub zurück sind — und du startest mit sauberem Fundament in die Herbstsaison.

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Wie priorisierst du, wenn du nur zwei Stunden pro Woche hast?

Nicht jedes EPU hat im Sommer Leerlauf — in Tourismusregionen wie Kärnten ist der Juli für viele Betriebe Hochsaison. Dann gilt der Plan einfach gespiegelt: Deine „Sommerloch-Wochen“ heißen November bis Jänner. Für alle anderen gilt: Auch mit minimalem Zeitbudget geht viel, wenn die Reihenfolge stimmt. Die WKO empfiehlt EPU bei der Kundengewinnung genau diese Priorisierung — zuerst die Grundlagen, dann die Positionierung, dann die lokale Auffindbarkeit, dann eine Content-Baseline. Übersetzt in ein Acht-Wochen-Programm mit zwei Stunden pro Woche sieht das so aus:

Das 2-Stunden-pro-Woche-Minimalprogramm

Woche 1: 30-Minuten-Website-Audit am Handy — plus Liste deiner drei größten Baustellen
Woche 2: Google Business Profile aktualisieren — Fotos, Leistungen, Öffnungszeiten, Beschreibung
Woche 3: Positionierungssatz schreiben und auf Startseite, Über-mich-Seite und Google-Profil einbauen
Woche 4: Drei zufriedene Kund:innen persönlich um eine Google-Bewertung bitten
Woche 5: Einen ausführlichen Artikel oder eine FAQ-Seite zu deiner wichtigsten Herbst-Kundenfrage schreiben
Woche 6: Angebots-Template und zwei E-Mail-Vorlagen für den Herbst vorbereiten
Woche 7 und 8: Herbstplan fixieren, WKO-Webinare vormerken, zwei alte Kontakte persönlich reaktivieren

Drei Fehler, die dein Sommerloch verschwenden

Fehler 1: Panik-Rabatte. Wenn die Anfragen ausbleiben, greifen viele reflexartig zur Preissenkung. Das Problem: Ein Rabatt füllt vielleicht den August, aber er erzieht deine Kundschaft dazu, auf den nächsten zu warten — und einmal gesenkte Preise wieder anzuheben ist um ein Vielfaches schwerer, als sie zu halten. Die im Sommer geschärfte Positionierung ist das genaue Gegenteil dieses Reflexes: Sie rechtfertigt deine Preise, statt sie zu untergraben.

Fehler 2: Komplett verstummen. Newsletter pausiert, Social auf Eis, Blog eingeschlafen — und im September wunderst du dich, dass niemand mehr zuhört. Sichtbarkeit ist ein Konto, auf das du laufend einzahlen musst. Reduziere im Sommer ruhig die Frequenz, aber halte ein Lebenszeichen pro Woche durch. Das kann ein kurzer Praxistipp sein, ein Blick hinter die Kulissen oder ein vorproduzierter Beitrag aus deiner Content-Baseline.

Fehler 3: Alles gleichzeitig. Zehn Aufgaben heißt nicht zehn parallele Baustellen. Wer im Juli gleichzeitig die Website umbaut, fünf Artikel anfängt und drei neue Tools testet, hat im September zehn halbfertige Projekte und null Ergebnisse. Halte dich an die Reihenfolge: Fundament vor Sichtbarkeit, Sichtbarkeit vor Systemen. Eine abgeschlossene Aufgabe pro Woche schlägt jedes Multitasking.

Vorsicht: Sommerrabatte als Bumerang

Wenn du im Sommer unbedingt eine Aktion fahren willst, dann mit klarem Anlass, klarer Zielgruppe und hartem Ablaufdatum — etwa ein Frühbucher-Vorteil für Herbstprojekte, die bis Ende Juli fixiert werden. Das schafft echten Handlungsdruck, ohne deine regulären Preise zu beschädigen. Pauschales „minus 20 Prozent auf alles“ dagegen wirkt verzweifelt und bleibt in den Köpfen hängen.

Fazit: Der Herbst wird im Juli gemacht

Das Sommerloch ist nur für die ein Problem, die es absitzen. Für alle anderen ist es das beste Arbeitsfenster des Jahres: Zeit für die Positionierung, die deine Preise trägt. Zeit für die Website, die im September Anfragen annimmt. Zeit für den Content, der im Oktober rankt. Nimm dir heute die erste Aufgabe vor — der 30-Minuten-Audit am Handy kostet dich weniger Zeit als das nervöse Scrollen durch den leeren Posteingang.

Und wenn der Audit ergibt, dass deine Website die größte Baustelle ist: Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch — wir sagen dir ehrlich, ob sich Überarbeiten lohnt oder ein Neustart klüger ist. Wenn du lieber selbst umsetzt, aber einen Sparringspartner für Positionierung und Sichtbarkeit willst, geht das auch im 1:1-Coaching um 90 Euro pro 30 Minuten.

FAQ — Häufige Fragen.

Was ist das Sommerloch und warum trifft es EPU besonders stark?+
Als Sommerloch bezeichnet man die auftragsarmen Wochen im Juli und August, in denen Kund:innen im Urlaub sind und Entscheidungen auf den Herbst verschoben werden. EPU trifft das besonders hart, weil kein Team weiterarbeitet und meist kein zweites Standbein den Umsatz abfedert. Genau deshalb ist diese Zeit aber auch das beste Fenster im Jahr, um in Ruhe am eigenen Marketing zu arbeiten.
Wie nutze ich das Sommerloch als Selbständige:r am sinnvollsten?+
Arbeite in einer klaren Reihenfolge: zuerst die Grundlagen (Website-Audit, Google Business Profile), dann Positionierung, dann Sichtbarkeit (SEO-Content, KI-Suche), dann Systeme und Herbstplan. Diese Priorisierung orientiert sich an der WKO-Empfehlung zur Kundengewinnung für EPU. Schon zwei fokussierte Stunden pro Woche reichen für spürbare Fortschritte bis September.
Lohnt es sich, im Sommer eine neue Website zu beauftragen?+
Ja — der Sommer ist sogar der beste Zeitpunkt dafür. Du hast Zeit für Texte, Bilder und Feedback, und bei einer fixen Umsetzungszeit von 14 Werktagen ist die Seite vor der Herbstsaison live. Google braucht zusätzlich einige Wochen, um eine neue Website einzusortieren — auch dieser Vorlauf passt exakt ins Sommerloch.
Was kostet eine professionelle Website für EPU?+
Beim NUR. Startup-Paket kostet eine professionelle Next.js-Website 1.500 Euro Festpreis — mit 5 Inhaltsseiten, SEO-Grundausbau, DSGVO-konform und ohne Abos oder versteckte Kosten. Ein umfangreicherer Premium-Relaunch startet ab 3.500 Euro, optionale Wartung gibt es ab 25 Euro pro Monat.
Soll ich im Sommer weiter Content veröffentlichen, obwohl weniger Leute online sind?+
Ja, unbedingt — SEO wirkt zeitversetzt. Artikel, die du im Juli und August veröffentlichst, ranken im Herbst, wenn die Nachfrage zurückkommt. Wer erst im September zu schreiben beginnt, ist für das wichtige vierte Quartal meist zu spät dran.
Wie viel Zeit sollte ich im Sommerloch in Marketing investieren?+
Zwei bis vier Stunden pro Woche reichen für das Minimalprogramm: Website-Audit, Google Business Profile aktualisieren, Positionierung schärfen, Bewertungen einholen und einen Herbst-Artikel schreiben. Wichtiger als viele Stunden ist eine klare Reihenfolge — eine Aufgabe pro Woche statt zehn Baustellen gleichzeitig.
Was mache ich, wenn bei mir im Sommer Hochsaison ist?+
Dann gilt der Plan gespiegelt: In Tourismus- und Gastrobetrieben, etwa hier in Kärnten, übernimmt die Zeit von November bis Jänner die Rolle des Sommerlochs. Die zehn Aufgaben bleiben dieselben — du legst sie einfach in deine auftragsschwächste Phase.
Welche Fehler sollte ich im Sommerloch vermeiden?+
Die drei häufigsten: Panik-Rabatte, die deine Preise dauerhaft beschädigen; komplettes Verstummen auf allen Kanälen, sodass du im September bei null startest; und der Versuch, alle Baustellen gleichzeitig anzugehen. Besser ist eine klare Reihenfolge mit einer Aufgabe pro Woche.
Bianca Willen, Gründerin NUR. Marketing GmbH
Geschrieben von
Spittal · Kärnten
Bianca Willen
Gründerin NUR. Marketing GmbH · Brand Builder · KI-Strategin

Servus, ich bin Bianca. Seit 10+ Jahren baue ich Marken auf — drei davon sind meine eigenen: die Hundeschule Willenskraft mit Akademie und Lizenz-Partnerinnen quer durch Österreich, der nachhaltige Onlineshop die bellerei und die GOTS-zertifizierte Babymode-Marke Windelrebellen.

Seit drei Jahren liegt mein Tiefen-Fokus auf eigenentwickelten KI-Systemen — SaaS-Module, automatisierte Workflows und Agenten wie Hermes und OpenClaw. Was ich für meine eigenen Brands gebaut habe, gebe ich heute an Selbständige und KMU im DACH-Raum weiter. Hier schreibe ich aus echter Praxis — nicht aus dem Lehrbuch.

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